UND

zum Ensemblestück Denkmaschine:

“Anstatt gleich die angekündigte Beschreibung von Wolfsegg zu geben, hatte ich Gambetti etwas über Nietzsche gesagt, das ich besser nicht gesagt hätte, etwas über Kant, das sogar völlig unsinnig gewesen war, etwas über Schoppenhauer, das ich zuerst selbst als besonders qualifiziert angesehen, dann aber doch als ziemlich verrückt hatte erkennen müssen schon nach wenigen Augenblicken, etwas über Montaigne, das ich selbst nicht verstanden habe schon in dem Moment, in welchem ich es Gambetti gegenüber gesagt hatte; denn kaum hatte ich diesen Montaigne betreffenden Ausspruch Gambetti gegenüber getan, hatte mich dieser gebeten, ich möge ihm meinen gerade ausgesprochenen Ausspruch erklären, wozu ich aber nicht imstande gewesen war, weil ich schon in der gleichen Sekunde selbst nicht mehr gewusst hatte, was überhaupt ich über Montaigne gesagt hatte.”

(Thomas Bernhard, „Auslöschung – Ein Zerfall“)

 

ferner:

“Es fiel mir nicht wie Schuppen von den Augen.

Es fault mir unterm Hintern weg.”

(Klaus Konjetzky, „Poem vom Grünen Eck“)

 

Ihr seid ungeduldig: mit Recht.
(Klaus Konjetzky, „Poem vom Grünen Eck“)

 

und artig stehn die Kinder auf
und fragen:
ein armer Mann mit drei Kindern
verdient im Monat tausend Mark.
Ein reicher Mann
verdient im Monat hunderttausend Mark.
Wie viele Kinder hat demnach der Reiche?

 

Hundert Arbeiter wohnen
in einem Mietshaus in der Stadt.
Hundert Reiche wohnen
in Villen an den zehn Seen des Lands.
An wieviel Seen
wohnen wie viele Arbeiter?

 

Der Werksdirektor braucht
ein ganzes Monatsgehalt
für einen neuen Mercedes.
Ein Werksangestellter braucht
seinen Monatslohn zum Leben.
Wovon lebt eigentlich der Werksdirektor?
(Klaus Konjetzky, „Poem vom Grünen Eck“)
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